Suche verlorene Zeit

Reinhard Köhler (Fotografie)

 

3.7. - 13.8.2022

 

 

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft: So wird üblicherweise die Zeit eingeteilt. Vergangenheit existiert nur in der Erinnerung, gestützt durch materielle Spuren.
Fotos, die ursprünglich einen winzigen Moment der Gegenwart festhielten, werden danach zum Bestandteil von Erinnerung. Aber was ist mit Fotos, die gar nichts mit Erinnerungen der betrachtenden Personen zu tun haben? Sind diese Fotos in der Lage, so etwas wie eine kollektive kulturelle Erinnerung hervorzurufen?
Wenigen ist bekannt, dass Reinhard Köhler, Bildender Künstler und Musiker aus Ulm, seit seinem Kunststudium auch fotografiert, allerdings nur gelegentlich die Ergebnisse ausstellt. Nun zeigt er in seiner Einzelausstellung eine Fotoauswahl der letzten vier Jahre. Manchmal sind sie streng, aber undogmatisch komponiert und man erkennt die Einflüsse von Fotografen wie Robert Häusser. Gleichzeitig bemerkt man in den oft unscheinbaren Motiven eine stille Poesie und Hinweise auf Vergänglichkeit, wie Köhler sie ja auch oft in seinen Kleinplastiken und Assemblagen thematisiert.

Geöffnet jeweils Do/Fr  17 - 20 Uhr und Sa 15 - 18 Uhr

Vernissage: So., 3.7.2022 um 17 Uhr

Einführung: Hartmut Fröhner

   

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Die Kirschen der Freiheit

10.9. - 14.10.2022

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Ausstellung ist nach der berühmten Erzählung von

Alfred Andersch betitelt, der „Geschichte einer Desertion“.

Die nationalsozialistische Militärjustiz verhängte während

des Zweiten Weltkrieges mehr als 30.000 Todesurteile:

gegen Soldaten, Kriegsgefangene und Zivilist*innen. Die

meisten Todesurteile ergingen gegen Deserteure und

„Wehrkraftzersetzer“. Viele weitere tausend Soldaten

starben nach kriegsgerichtlichen Urteilen in sogenannten

Bewährungseinheiten an der Front.

„Verstörend lang“ dauerte es, so der damalige Hamburger

Erste Bürgermeister und heutige Bundeskanzler Olaf

Scholz, bis die Deserteure angemessen gewürdigt wurden.

Bei uns in Ulm erinnert seit vielen Jahren das von Hannah

Stütz-Menzel geschaffene Deserteurdenkmal an diese

aufrechten Menschen (siehe Foto).

Auch heute gibt es unzählige Staaten, in denen das Grundrecht

auf Kriegsdienstverweigerung nicht existiert. Die

einzige Möglichkeit für Menschen, sich dem Töten oder der

Ausbildung zum Töten zu entziehen, ist die Desertion. Das

ist ein mutiger Schritt, der oft genug mit der Todesstrafe

geahndet wird.

Otl Aicher, weltberühmter Gestalter und Grafikdesigner,

ein bekannter Sohn Ulms, entzog sich dem staatlich verordneten

Zwang zum Töten durch Desertion.

Wir baten Künstler*innen aus ganz Deutschland, sich mit

diesen Themenbereichen kritisch auseinanderzusetzen und

sich künstlerisch dazu zu äußern. Eine Auswahl davon

zeigen wir zu den Ulmer Friedenwochen.

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Geöffnet jeweils Do/Fr  17 - 20 Uhr und Sa 15 - 18 Uhr

Vernissage: So., 10.9.2022 um 17 Uhr